[Die Große Fahrt] Galeeren vor Valensdorf

  • [Die Große Fahrt] Galeeren vor Valensdorf



    Die Gischt spritze nur so vorm schnittigen Rammsporn des schweren Kriegsschiffes, als die Ruderer der Galeere „Stein des Anstoßes“ nochmals alles gaben und dann innehielten. Die erreichte hohe Geschwindigkeit reichte aus, um sie in die Bucht und vor den Hafen von Valensdorf zu tragen.


    Kapitän Thoran drehte sich auf dem höher gelegenen hinteren Deck um, schaute kurz und grunzte dann zufrieden. In kurzem Abstand folgte der Rest des Geschwaders. „Die Axt des Imperators“ hatte knapp die „Gesegnet sei Warahan“ bei dem Wettkampf geschlagen.


    Dann gab er ganz plötzlich seinem ersten Offizier, der auf einem Stück Tabak kaute, einen kurzen Wink, dass sich dieser fast verschluckte. Dann rannte der Mann los und brüllte zur vorderen Geschützbesatzung hinüber. Drei Zwerge und zwei Menschen, welche in der Stellung am Bug des Schiffes lungerten, sprangen auf und funktionierten wie ein Uhrwerk. Als wäre die riesige Balista lebendig geworden, drehte sich der Koloss und wurde noch währenddessen mit einem gut drei Schritt langen, schweren stählernen Speer bestückt. Die scharfe Spitze mit ausklappbaren Bolzen blitzte in der Sonne. Und mangels Ziel richtete der Seekrieger das Geschütz auf das kleine Boot aus, sich ihnen nun aus Richtung Hafen, mit einem fröhlich im Wind flatternden Axtfels-Wimpel am kurzen Mast, entgegenkam.


    Mit einem schmatzenden Geräusch ging das schnelle Geschoß eine mannslänge vor dem Bug des Bötchens ins Meer, wo die Wellen es mit einem schmatzenden Geräusch verschlagen.


    Und nur wenige Augenblicke später war die Baliste erneut geladen. Einer der Zwerge hob nun eine grüne Flagge. Thoran grunzte und schaute auf die kleine Sanduhr in seiner Hand. Das war sehr gut, dachte er sich, aber man sollte das Pack auch nicht verwöhnen. „Beim Arsch des Imperators, das habe ich aber schon schneller gesehen!“, schrie er lachend und Seesoldaten und Ruderbesatzung grinsten erleichtert. Natürlich kannten sie ihren Kommandeur.


    Der Hafenmeister dagegen kannte diese imperialen Galeeren nicht und hatte nur üble Geschichten über sie gehört. Ehrfurchtsvolle und wie auch schreckliche Geschichten. Beim Beschuss war sein Herzschlag für eine Sekunde ausgesetzt und das fand er gar nicht witzig. Entsprechend säuerlich betrat der Mann das kurz darauf das Deck des Kriegsschiffes, um dem Kapitän und dem Schiffsverband aus dem Imperium die offizielle Begrüßung zu Teil werden zu lassen. In einer Grußnote von Baron Talan zu Valensdorf hatte dieser verfügt, dass die Schiffe vorerst im Seegebiet vor der axtfelser Küste präsent sein und die weitere Entwicklung abwarten sollten.


    Über die Vorkommnisse in Axtfels in den letzten Tagen waren die Offiziere der Schiffe schnell informiert.

    Entsprechend sorgenvoll schauten diese drein.

    Lothar Wolf von Waldburg, Ritter der HEL, Kernland

    Vogt Rafael von Bärheim -Held des Grenzwaldes-
    Maxim Grigoriwitsch yet Tabanov -Rytsar der Dsar von Vodgorod-