And all my dreams will warm and sweeter be...

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    • And all my dreams will warm and sweeter be...

      Die frisch gepflügten Felder, Knochenarbeit zu dieser Jahreszeit, in der der Boden noch immer gefroren war und Reif jeden Morgen die Wiesen bedeckte, lagen in schwarzem Kontrast zum Grau des Himmels.
      „Verdammt“, äußerte Lokir leise, wohl mehr zu sich selbst und gegen den Nieselregen blinzelnd, und doch antwortete seine Schwester.
      „Viel? Oder“, sie sah ihn nicht an, „Dreist?“
      „Beides.“
      Sie lachten, und er legte seinen Arm um ihre Schultern. Seit dem Besuch des Skorpions ihr erstes Lachen. Lokir hatte nicht gefragt, wohl wissend, dass er eh nicht die Antwort bekommen würde, die er haben wollte. Eine ehrliche. Direkte. Dass eine solche ausblieb, hatte er bisher nur selten erlebt, und es machte ihm Sorgen. Wahrscheinlich begann er gerade deshalb, nichts desto Trotz. „Dieser Typ … aus Valensdorf-“ „Der kam nicht aus Valensdorf.“ Lokir suchte nach den richtigen Worten, doch Asunder kam ihm zuvor: „Und hat nichts mit dem geschäftlichen zu tun. Was jetzt wichtig ist, ist das hier. Um alles andere kümmere ich mich.“

      Am liebsten hätte er sie angeschrien ...
      'So wie damals, als du Dinge in die Hand genommen hast, von denen du besser die Finger gelassen hättest? Wegen denen wir jetzt hier sind, an diesem götterverlassenen Ende der verdammten Welt und nicht …' Doch er biss sich auf die Unterlippe. Hätte sie nicht …, wäre er jetzt … jedenfalls nicht hier. Aber auch nirgendwo anders. Oder zumindest wohl an keinem angenehmeren Ort.

      Er wandte sich zu ihr um, doch sie war nicht mehr da, stand einige Schritt entfernt an einem Wagen und hatte zwei Schaufeln unter der Plane hervorgezogen. Eine warf sie ihm zu. Er fing sie auf und trat an ihre Seite, so viele Fragen im Blick, dass sie beinahe lächelte. Doch statt dessen schlug sie die Plane zurück und Lokir seufzte leise. „Blut und Verdammnis, ist das dein Ernst?“ „Reg dich ab und grab! Wir haben das an der Nordgrenze hunderte Male getan. Ich glaub nicht, dass dus verlernt hast.“ Sie wartete nicht auf ihn, sondern setzte mit einem Schritt über den schmalen Graben hinweg und suchte sich ihren Weg zwischen den Ackerfurchen, die Schaufel geschultert und die elegante Tunika bereits bis zu den Knien voller Schlamm. Und er wusste wieder, warum ihm so viel an ihr lag. Und warum er ihr folgte, auch, wenn er manchmal nicht wusste, wohin.


      Everyone's a whore
      We just sell different parts of ourselves.




      [T.Shelby -PB]