In den Räumen des Wappenkönigs (Imperialer Palast, Karan)

  • Der Vorraum mit dem Portal wurde verziert durch ein in den Boden eingelassenes heraldisches Vollwappen des Imperiums, mit Helmen, Trägerfiguren und Helmzieren.


    Ein paar ältere Banner von militärischen Einheiten hingen an den Wänden rechts und Links des Zugangsportals.


    Außerdem standen auch hier zwei Bronzeplastiken, diese etwas kleiner, etwa zwei Schritt in der Höhe, die etwas altertümlich wirkende imperiale Herolde darstellten.



    Außer Dorothea war der Vorraum leer.

    Bruder Fulcrum Alarich Gletscherherz
    Erster Jäger des Jagdrudels Hewlânosh




    Professionelle Magdanalyse für alle Bereiche!


    "Caprum non iam habeo"


    :silly:

  • Ein Bote, der zuvor noch die Treppe hinaufgeeilt war, öffnete die Tür, verbeugte sic in den Raum, verbeugte sich tief und schloß die Tür,

    Er wand sich zu Frau von Spenge.
    "Sie werden gleich hineingerufen!"
    Dann verbeugte er sich vor der Dame und ging wieder.

    Es blieb nur Frau von Spenge und eine Wanduhr, die unablässig tickte.

    Tick, Tack, Tick, Tack ...

    Nach etwa zehn Minuten auf der Uhr, bemerkte der aufmerksame Zuhörer, dass die Ticks und Tacks nicht gleichmäßig waren. Im Verlauf einer Minute kamen dei Ticks immer langsamer udn die Tacks immer schneller, bis zum Ende der Tack fast den Tick überholte und beim Fortschritt des Zeigers, alles wieder von vorne begann.

    Wirklich zermürbend.

    Vor allem da etwa alle drei Minuten sich der Rhythmus wieder änderte.

    Einfach nciht hinhören ...

  • Dorothea schaute sich die Plastiken und Banner an und versuchte das sehr nervende Ticken so gut es ging zu ignorieren. Das war schwer, weil es so unregelmäßig war. Wer baute solche Uhren? Und das mit Absicht, hier konnte man das sicher besser. Warum? Wirklich hübsche Plastiken und interessante Banner. Von welchen Einheiten die wohl waren? So alt war ja Ankoragahn auch gar nicht.

  • An den Wänden standen jede Menge Regal mit Schritrollen und Bücher und direkt neben der Tür zwei lebengroße Statuen gerüsteter Krieger in Vollplatte.

    Zum Schreibtisch wares fast zehn Meter und der Schreibtisch war massive und mindestens drei Meter breit und mehr als einen Meter tief.

    Dahinter wirkte der Mann fast klein.


    Er wies mit der Hand auf einen Stuhl auf ihrer Seite des Tisches.


    "Frau von Spenge. Schön Sie endlich persönlich kennenzulernen. Nehmen Sie Platz."


    Und kaum, dass Sie einen Schritt in Richtung des Tisches gemacht hatte, ergänzte er: "Gelesen habe ich ja schon reichlich von Ihnen, insbesondere heute.

    Ein Brief von euch, ein Brief über euch und ein Bericht, der beide Begenheiten zusammenfasst."

    Er legt die drei Schriftstücke nebeneinander und dann übereinander und legte sie dann in eine Schublade auf seiner Seite.

    Dann nahm er ein neues Blatt und eine Feder.

    "Aber das sind ja nur Papiere. Ich möchte von euch hören, was vorgefallen ist."

    Er stippte die Feder ins Tintenfass: "Und lasst keine Einzelheit aus!"

    Er schaut sie lächelnd an ... zumindest der Mund lächelte...

  • Die Ritterin stiefelte auf den großen Tisch zu und nickte höflich: „Ich grüße Euch! Ich bin auch froh, hier zu sein“. Sie setzte sich wie angeboten. Erleichtert, endlich hier zu sein und ihre Geschichte zu erzählen, aber auch besorgt, was sich daraus ergeben würde. „Wenn Ihr bereits von mir gehört habt, dann vermutlich auch, dass weder Diplomatie noch Intrige zu meinen Stärken gehört. Ich bevorzuge Ehrlichkeit, auch wenn es manchmal unklug ist, beziehungsweise ich dabei nun nicht gerade im Besten Licht dastehe.“ sie zuckte mit den Schultern. „Mich in Scheisse reiten, das kann ich gut. Aber wo fange ich an…“ sie machte eine kurze Pause um sich zu sammeln. Und vielleicht ein bisschen zu sehen, ob das Gegebüber eine Regung zeigte.

  • Ihr Gegenüber blieb reglos bei ihrer kurzen Pause. Aber hatte sie eine kleine Regung an den Augen gesehen? Egal. „ihr wisst sicher, dass wir zur Jagd eingeladen auf Fulcrums Hütte im Süden in den Grenzlanden waren. Dort stellten wir merkwürdige Dinge fest, die mit der Vergangenheit des Hauses zu tun hatten, dabei begegneten wir nem Geist. Und offensichtlich hat dieser vermaledeite Baldigur Kugelrund versucht, mehr oder weniger unwissende Händler zu nutzen, um einen Giftanschlag auf die Seherin der Frosttaler zu verüben. Das ist glücklicherweise gescheitert, sorgte aber für viel Unfrieden zwischen den Höndlern, insbesondere einem Waldläufer, der sie begleitete, und uns Ankoragahnern. Das ist insofern wichtig, dass man zwischendurch nicht wirklich auf ihre Hilfe vertrauen konnte. Des Weiteren hatten wir noch Ärger mit Trollen und deren Begleiterscheinungen. Nun ja, der Part, der Euch interessiert, begann am zweiten Tag. Oder möchtet Ihr noch Einzelheiten zu den anderen Dingen wissen?“

  • "Ja, die Hütte kenne ich, da war ich vor Jahren auch mal zu eben einer solchen Jagd."
    Er goss aus einer Karaffe in zwei Gläser und schob ihr eines herüber.
    "Ich interessiere mich zum einem für die letzte Jagd und eine frühere Jagd."
    Er lächelte.
    "In beiden Jagden spielen ... 'Ritter' ..." die Anführungszeichen rund um das Wort Ritter waren deutlich zu hören, "eine besondere Rolle.
    Und zu beiden Jagden liegen mir Schriftstücke vor. Eines trägt Euer Zeichen und ist wohlmöglich von Eurer Hand geschrieben. Und es geht über einen anderen 'Ritter' ...". Da waren wieder diese Anführungsstriche, unausgesprochen, aber klar zu verstehen.

    "Ich nehme sogar an, das Schriftstück habt Ihr auf der letzten Jagd verfasst. Und es geht mir mehr um die lebenden Menschen bzw. die kürzlich verstorbenen. Geistergeschichten haben wir uns für ein andermal auf."


    Er nahm sein Glas, prostete ihr zu: "Also?"

    Dann trank er einen Schluck und lehnte sich entspannt zurück.

  • “Das dachte ich mir, dass das der für euch interessante Teil ist. Und genau daher bin ich ja hergekommen. Ich nehme an, dass ihr das Schriftstück habt, dass Raphael und ich geschrieben haben. Es geschah an dem Samstag Nachmittag. Einige waren unterwegs, um noch Material zu erhalten, das wir zu der Geistergeschichte brauchten, die Gruppe, die mit dem Giftanschlag zu tun hatte, bzw. Sich von Baldigur hinters Licht hatte führen lassen, hatte sich teilweise zur Ruhe begeben, teilweise waren sie wohl unterwegs. Statt dessen waren ein paar neue Gäste gekommen, zwei Bardinnen mit Begleitung und ein undurchsichtiges Paar. Die Begleitung der Bardin warnte noch, dass bewaffnete Leute in der Nähe seinen. Kurze Zeit später kamen einige bewaffnete und gerüstete Leute auf den Hof, begleitet von 2 weiteren, von denen einer eine Armbrust trug, die oberhalb auf der Straße blieben. Einige trugen einen Wappenlappen, der auf die Waldallianz hinwies, der Anführer trug nur ein Kettenhemd, ohne eine Kennzeichnung. Er forderte den Kopf von Sir Cathair oder 1000 Morgen Land, weil Cathair ein Mörder sei. mir war klar, dass es um den Vorfall von vor 2 oder drei Jahren gehen musste. Ich sagte ihm, das das eine schwere Anschuldigung sei, aber das nicht von uns sondern vor einem Hochgericht vorgetragen werden müsse und dass er von uns gewiss weder Kopf noch Land kriegen werde. Wenn er Anschuldigungen habe, solle er sie in Karan vor dem Gericht vortragen. Es entspann sich eine hitzige Diskussion, bei der er seine Vorwürfe genauer nannte, nämlich dass Cathair ihnen freies Geleit versprochen habe aber dann ohne einen ersichtlichen Grund, nachdem sie getan hatten, was er wollte ( nämlich den Gefangenen Alric herausgegeben hatte) das Lager niedermetzeln ließ. Es gab nur einen Überlebenden, der nun auch hier sei. Und der Gardist Alric, der ebenfalls Zeuge war, war bei uns und bestätigte dies. Ebenso bestätigte er, dass er von der Waldallianz damals verletzt gefunden und aufgepäppelt worden war. Sie hätten ihm kein Leid angetan. Ich betonte, dass das nicht in meine Gerichtsbarkeit falle und sie das in Karan vor einem Hochgericht vortragen müssten. Ich war damals bei dem Angriff dabei, aber hatte nach hinten abgesichert, weil ich bereits verletzt war, und die Verhandlungen, dass der Paladin Sir Cathair freies Geleit mit seinem Wort versprochen hatte, dafür dass sie den imperialen Bürger rausgeben. Ich weiß, dass es ein paar Verzögerungen gab, dann einen verletzte Geisel und schließlich einen Angriff um die Freiscärler zu töten und einen Schrein zu erobern. Da ich Alric aber seit dem schon häufiger erlebt hatte und er mich auch ein paar mal zusammengeflickt hatte, und er die Anschuldigungen des Anführers bestätigte, war ich entsetzt, dass ein Paladin so etwas getan haben sollte. Daher unterstützte und unterstütze ich, dass der Fall untersucht werden solle. Wir kamen überein, dass ich und Rafael ihnen das schriftlich mitgeben, damit sie sich an Karan wenden konnten. Sie wollten darüber nachdenken und abziehen, um in einer halben Stunde wiederzukommen aber Alric mitnehmen. Ich ging davon aus, dass wir nun doch kämpfen, auch wenn wir in der Unterzahl waren und wollte ihnen keinesfalls einen imperialen Bürger überlassen. Aber Alric selbst sagte, er wolle mitgehen, weil er nicht von einer Gefahr durch die Gestalten ausging. Sie hätten ihn ja damals auch gut behandelt. Also ließ ich sie ziehen. Rafael und ich setzten jenes Schriftstück aus, dass Euch vermutlich vorliegt. Wir hofften, dass wir damit einerseits ein wenig Zeit gewinnen, so dass die anderen bis dahin zurück sind und ich war und bin der Meinung, dass ein solcher Fall in der Tat untersucht werden solle. Ich glaube, Rafael erging es ähnlich. So viel also erstmal zu dem Schriftstück und wie es dazu kam. Habt ihr dazu Rückfragen?”

  • "Also ihr ward bei dem Geschehen um den 'Mord' zugegen.
    Könnt ihr also auch bestätigen, dass es die Zusicherung des 'Freien Geleits' gab?"


    Er zog ein Blatt näher, und tunkte die Feder in die Tinte.


    "Und bei dem ... sagen wir ... dem Umstand, dass sich die Dinge von der Verhandlung und Zusicherung änderten, ward Ihr dann nicht in der Nähe?"

  • “Nein, ich kann nicht persönlich versichern, dass es das Versprechen auf freies Geleit gab, wenn die Geisel, nämlich Alric Sturmbrecher, freigelassen wird. Die ganze Gruppe war ziemlich langgestreckt, wir hatten auch vorher häufiger Angriffe von der Seite und hinten in Hit-and Run-Taktik erlebt, Ich befand mich hinten, um den Tross vor genau diesen Angriffen zu schützen, und war ehrlich gesagt, auch schon etwas mitgenommen. Dort bekam ich zwar mit, dass verhandelt wurde, und die Geisel frei kam und dann eben in der langestreckten Gruppe weiter nach hinten zu den Heilern befördert wurde. Und dass wir einige Zeit später wegen einem Schrein in dem Lager der Waldallianz doch Angriffen, um diesen zu zerstören. Für die Worte von Sir Cathair kann ich leider keine Hand ins Feuer legen, weil ich diese nicht gehört habe. Aber der Zeitablauf macht die Aussage von Alric, der das deutlich näher miterlebt hat, dass das Versprechen gebrochen wurde, durchaus plausibel. Andererseits kann ich ja nun aus eigenem erleben sagen, wie schnell eine Aussicht auf freies Geleit aus dem Ruder läuft. Aber soweit ich es mitbekommen habe, haben wir angegriffen und nicht auf Angriffe reagiert. Es wurde auf jeden Fall überlegt, ob man wegen dem Schrein nicht eben doch angreifen müsse, was dann auch getan wurde. Alric sollte aber bereits auf dem Weg hierher sein, so dass Ihr ihn sicher genauer dazu befragen könnt. Er befand sich ja direkt in dem Lager neben den Verhandlungen.“.

  • "Ich verstehe!"
    Er nahm einen zweites Blatt, schrieb nur eine Zeile und zog an einem Seil hinter dem Stuhl, welches von der Decke hing.

    "Dann bleiben wir doch einfach in diesem Jahr. Wie war das. Ihr habt dieses Schreiben", er hielt einen Brief hoch, "erstellt."


    Er hatte den Satz noch nicht beendet da kam aus einer Seitentür eine Frau herein, ging direkt zu Ihm und senkte ihren Kopf zu seinem.

    "Alrik finden und mir mitteilen, wo er sich befindet."
    Damit gab er den Zettel an die Frau, die kurz nickte und direkt wieder durch die Tür verschwand.


    "Wo waren wir? Ach ja, dieses, Jahr und dieser Brief. Wie ging es weiter?"

  • “Ja, wie gesagt, das Schriftstück entstand, weil Raphael und ich Alriks Aussage für sehr plausibel hielten. Außerdem ist Alrik ja nicht irgendwer, sondern wird von Erzmagister Likuit protegiert, und auch mir hat er schon durch seine Heilkunst den Hintern gerettet. Ich habe ihn bei gemeinsamen Begegnungen immer als ernsthaften und zuverlässigen Menschen kennengelernt.“ sie machte eine kurze Pause und sah ihr Gegenüber direkt an, um ihre Aussage zu betonen. „Ich bin daher wirklich der Überzeugung, dass er Recht hat. Nur direkt gehört habe ich es nicht.“ Dann wurde ihr Blick wieder etwas abwesender, als sie sich erinnerte und weitersprach. „Nun, wo war ich, ach ja, wir übergaben das Schriftstück und erhielten Alrik zurück. Aber nun kam der Anführer mit den nächsten Wünschen. Er meinte, was noch nachvollziehbar war, dass er ja niemals heil nach Karan käme. Wobei ich das Schreiben ja dafür gedacht hatte, sondern dass er ein freies Geleit schriftlich versichert haben wolle. hin und zurück. Für den Weg hin konnte ich das, wie gesagt nachvollziehen, für zurück wollte ich das so nicht ausstellen, denn ich fand es erstmal nur gut, wenn sich diese Bande nach Karan vor ein Gericht begibt. Alles weitere ist dann Sache des Gerichts. Dafür konnten wir ja keinerlei Zusagen geben. Dennoch zogen wir uns zum Schreiben und Zeit schinden wieder ins Haus zurück, wohingegen es sich die Freischärler sich mir Alrik, der Zwergin, Chariva und ich glaube auch Kendarik in der Grillhütte gemütlich machten. Dort hatte die Zwergin auch den Schutz des Herdfeuers versprochen, was wir aber zu diesem Zeitpunkt nicht wussten. Während wir überlegten, wie man ein Schriftstück für ein freies Geleit zum Gericht nach Karan am Besten formuliert, kam Chariva ins Haus und sagte uns, dass sich die Freischärler offenbar über uns lustig machten und wie sie mit einem Schreiben über freies Geleit auf dem Wege nach Karan Verbrechen begehen würden. Daraufhin entschieden wir beide, dass wir ihnen kein Schreiben ausstellen sondern sie feststetzen und unter Bewachung zum Gericht bringen wollten. Dann könnten sie ihre Anklage erheben, aber sich auch selbst verantworten. Wir zogen nun also los, der Rest der Gruppen unserer Seite waren immer noch nicht da, aber es reichte uns. Leider sprach Raphael, da wir in der Unterzahl waren, noch zwei Reisende um Hilfe an, was sich als Fehler herausstellen sollte. Wir gingen in die Hütte, mit Papier in der Hand, aber eben keinem solchen Schreiben, und ich fuhr die Bande, an, dass sie uns offensichtlich betrügen wollten und das freie Geleit für Verbrechen missbrauchen wollten. Und dass wir sie festsetzen und gefangen nach Karan mitnehmen, wo sie ihr Anliegen vortragen können. Gleichzeitig rief die Zwergin, dass sie unter dem Schutz des Herdfeuers stehen, dass man hier nicht kämpfen dürfe und Raphael gab dem Anführer ein Papier hinüber und griff ihn an. Es gab sogleich ein Kampfgetümmel. Der Anführer ging getroffen zu Boden, der letzte Überlebende von vor zwei Jahren griff Alrik, versuchte, mit dem Dolch direkt in Alriks Bauch oder Brust zu stechen, kam aber nicht weit, da Chariva ihn mit einem kleinen Dolch zuvorkam und so statt dessen der Bandit starb und Alrik lebte. Ich schlug mit dem Schwert nach einem weiteren Freischärler, der neben dem Hauptmann war. Die Zwergin beschwerte sich lautstark und zu Recht, dass der Frieden des Herdfeuers gebrochen war. Ich glaube, sie heilte dann auch den Hauptmann. Ich hatte plötzlich einen Dolch an der Kehle, denn die beiden ‚Reisenden‘ gehörten zu der Bande. Der Bandit wollte mich als Geisel rückwärts aus der Hütte mit rausnehmen und seinen Hauptmann freipressen. Chariva reagierte schnell und versuchte mich zu retten, auch Kendarik stand links neben ihm zum Eingreifen, doch der Bandit schnitt mir die Kehle durch. Als ich wieder zu mir kam, waren der Hauptmann der Banditen und mein Beinahemörder entkommen. Der Rest der Bande lag tot in der Hütte und Kendarik hatte zum Glück sehr schnell reagiert und meine Wunde geheilt. Die Narbe kann man aber noch gut sehen.“ Sie hob ihr Kinn an und zeigte euch ihren Hals. An der linken Seite war eine deutliche Narbe zu sehen.

  • sie lehnte sich zurück. Endlich war es raus. „Keine besonders rühmliche Geschichte, leider.. Auch mir könnte man Wortbruch vorwerfen. Ich wollte das Schreiben aufsetzen für freies Geleit zum Gericht in Karan. Doch dann kam heraus, dass sie uns hintergehen wollten, so dass es zu diesem Schreiben nie kam.“

  • Ihr Gesprächspartner schrieb etwas nieder.
    "... verstehe ..."


    "Kann ich es so zusammenfassen, dass vor Jahren ein Ritter im Imperium sein Versprechen gebrochen hat und Leute umbrachte, so dass zwei Ritter im Imperium darüber ein Schreiben verfasst haben und anschließend ihrerseits die Zusage gebrochen haben ein weiteres Schriftstück über 'Freies Geleit' zu erstellen und stattdessen mindestens ein Ritter im Imperium den heiligen Schutz des Herdfeuers entweiht hat, wie es der Imperator immer anbot?"


    Er tippte mit der Feder an den Mund.


    "Es ist nicht gut um die Ritter im Imperium gestellt, oder?"

  • „Ich gebe zu, das klingt alles nicht so gut.weshalb ich ja auch hergekommen bin, damit Ihr die Vorkommnisse direkt von mir hört. Ich stehe zu meinen Fehltritten. Aber, die Freischärler waren diejenigen die ihr Wort gebrochen und das freie Geleit zu Mördertaten und Brandschatzen missbrauchen wollten. Das konnte ich ja so nicht durchgehen lassen. Weshalb wir den Brief eben nicht angefertigt haben. Den Bruch des Herdfriedens habe ich leider mit zu verantworten, weil ich mit am Handgemenge beteiligt war, wenngleich ich es nicht begonnen habe sondern verkündet, dass sie unter unserer Bewachung nach Karan gehen können.“

  • Dorothea war sich gerade nicht sicher, ob sie sich nicht noch tiefer in die Scheisse geritten hatte. Darin war sie ja nun wirklich Expertin. Politik und gute Reden waren so gar nicht ihre Stärke. Sie versuchte zwar, ausgleichend zu sein, aber war einfach oft zu ehrlich. Was ja der Grund dafür war, dass die lieber fahrende Ritterin war und eben nicht mächtig mit den Familien ihrer Heimat. Wie oft hatte sie das von ihrer Mutter hören müssen, dass sie einfach kein Gespür für die Fäden im Hintergrund hatte und kein Gespür, wie man Macht ausübt oder lenkt. Eine Enttäuschung für ihre Vorfahren. Dorothea war einfach grundehrlich, wenn auch das eine oder andere Geschehen seine Spuren hinterlassen hatte. Wort brechen und Leute umbringen war falsch. Das Wort von Leuten erschleichen, um dann in diesem Schutz Leute umzubringen oder zu berauben war falsch. Und dann noch der Herdfrieden. Was für ein Schlamassel.

  • Er nickt, langsam und bedächtig.


    "Freies Geleit ... Euch ist schon bewusst, dass man dies an Bedingungen knüpfen kann?"
    Er blickte auf.
    "In eurem Falle hätte ich das der Einfachheit halber auf mögliches Unrecht vor der Niederschrift begrenzt. Natürlich ist so ein Brief kein Freibrief weiter Unrecht zu begehen. Aber manchmal bekommt man nur so eine Zeugenaussage, wenn sich die Person sicher sein kann, dass man sie nicht direkt wegen eines anderen Vergehens verhaftet, falls es sich in die betreffende Stadt begibt.

    Aber wenn die ... Freischärler nanntet ihr sie, sich mit solchen Begriffen auskennen, ... dann gehe ich davon aus, dass sie sich einen Spaß erlaubt haben, mit der Behauptung unterwegs Unrecht zu verüben.

    Ich meine, wenn jemand einen anderen Bestiehlt oder Niederschlägt, da wird ein treuer Bürger des Landes ersteinmal einschreiten und das unterbinden, evtl. den Angreifer sogar töten, bevor er fragt. 'Oder haben sie ein Schriftstück, dass euch das erlaubt?


    Käme euch in den Sinn, wenn ihr Unrecht anprangern wollt, euren eigenen Standpunkt durch Straftaten zu schwächen?"

    Er rieb sich das Kinn.


    "Was sollte ich denn eurer Meinung nach mit unserer Ritterschaft machen oder nehmen wir die hier beteiligten Ritter?"

  • „Ich bin nicht ganz sicher, was Ihr meint. Ihr habt nicht gerade vorgeschlagen, dass ich der Waldallianz dich hätte freies Geleit schriftlich zusichern sollen, weil sie, wenn sie dann doch sagen wir ein Dorf ausrauben, von den dortigen Bürgern entsprechend erschlagen werden würden, oder?“ sie kratzte sich am Kopf. „Ich habe das sicher falsch verstanden, denn ich sah meinen Sinn als Ritterin schon darin, die Bevölkerung vor Gefahren zu bewahren, seien es Trolle, Goblins oder Räuber. Und dabei gerecht zu sein. Was in dem Sinne leider auch Aussagen gegenüber anderer Ritter oder Adlige beinhaltet. Gerecht zu sein manchmal ein bisschen schwerer ist, als erwartet. Ich wollte den Freischärlern, so verrufen sie sind, barmherzig sein und ihnen ebenfalls zu Gerechtigkeit verhelfen, auch weil sie damals Alrik das Leben retteten. Aber ich wollte mich nicht hintergehen lassen und schuld sein, dass durch meinem Freibrief Bürger des Imperiums in Gefahr geraten. Daher wollte ich sie festsetzen und mit ihnen unter Aufsicht nach Karan reisen. Das ist leider erheblich schief gegangen.“ sie schaute ihn an. „Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sind immer meine Leitlinien gewesen. Um diese bitte ich euch.“